Laufen mit Barfußschuhen: gesund oder nicht?

Sie liegen in letzter Zeit richtig im Trend: die so genannten "Barfußschuhe", auch "Minimalschuhe" genannt. Diese sind derart gestaltet, dass sie das Barfußgehen möglichst realitätsnah nachempfinden lässt.

Sie haben praktisch keine Sohlenverstärkung, keine Dämpfung, und die einzelnen Zehen sind mit dem Material umschlossen (siehe Foto). Die Konsequenz: Man spürt den Untergrund, auf dem man geht oder läuft (fast) so, als trete man bloßfüßig auf. Ein natürliches Empfinden, also.

Aus orthopädischer Sicht stellt sich da natürlich die Frage: Sind diese Minimalschuhe beim Laufen geeigneter als andere Schuhformen? Führen Sie etwa zu einem "gesünderen Laufen"?

Gelenke werden weniger belastet

Dazu stellt Oberarzt Dr. Peter Bock, Spezialteamleiter der Fußchirurgie im Orthopädischen Spital Speising fest: "Trägt man Barfußschuhe, so ändert sich der Laufstil: Man tritt auf dem Vorfuß anstatt auf dem Rückfuß auf. Studien belegen, dass sich das allgemeine Verletzungsrisiko durch Barfußlaufen verringert. Der Grund sind eine bessere und schnellere Muskelaktivierung, ein Training der Propriozeption und dadurch schließlich eine geringere Belastung der Gelenke — etwa am Knie und am Sprunggelenk".

Anfangs auf weichem Boden laufen!

Durchaus also gewichtige Vorteile. Gleichzeitig gibt jedoch Dr. Bock zu bedenken: "Wichtig ist, wenn man auf diese Minimalschuhe umsteigt, dass man möglichst langsam mit dem Training beginnt. Die Laufumfänge sollen langsam erweitert werden; und zunächst sollte man nur auf weichem Boden laufen, damit das Risiko für Verletzungen — hier vor allem Stressfrakturen —  gering gehalten werden".

Ein vorsichtiges "grünes Licht" also für das Laufen mit Barfußschuhen; mit der Einschränkung: Gerade am Anfang, beim Umstellen auf das neue Laufgefühl, sollte man achtsam sein!

 

Fotoquelle: Wikipedia

 

 

Lauf in den Frühling:
Vielleicht sogar barfuß oder mit Barfußschuhen...