Intensive Handynutzung schadet Halswirbelsäule

Gerade Jugendliche nutzen ihre Handys öfter für diverse Apps als zum Telefonieren. Die Körperhaltung, die sie dafür einnehmen, ist aber leider oft schlecht für die Halswirbelsäule. 

Primaria Dr. Ingrid Heiller erlätert: "Das Handy liegt in der Hand, und der Kopf wird häufig nach vorne übergebeugt. Wir nennen dies 'Anteflexionshaltung'. Diese Haltung führt dazu, dass im Nackenbereich die Sehnen überlastet werden - auch die Bandscheiben der Halswirbelsäule bekommen einen großen Druck ab", erklärt Heiller.

Im äußersten Fall kann dies mit der Zeit zu einem Bandscheibenverschleiß führen. Jedenfalls aber sind damit bei Jugendlichen durch die entstehenden Verspannungen häufig Kopfschmerzen und Schwindel assoziiert. Und: bei einer Smartphone-Nutzung von über 700 Stunden pro Jahr, so zeigte eine US-Studie, kommt es bei der jüngeren Generation mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Haltungsschäden.

Druck so stark wie Bierkisten am Nacken

Die Expertin rechnet vor: Bei einer Vorbeugung des Kopfes um 45 Grad (relativ zur Wirbelsäule), wie dies beim Handynutzen häufig der Fall ist, wirkt eine Kraft von rund 200 Newton auf die Bandscheiben, "das ist so, als hätte man eine 20 Kilogramm schwere Bierkiste auf dem Nacken stehen".

Die Alternativen

Die Expertin empfiehlt, Pausen einzulegen und in eine ergonomische Haltung zu wechseln. "Das Handy soll in Augenhöhe gehalten werden. Dies geht am besten beim Sitzen mit am Tisch abgestützten Ellenbogen. Auch die so genannte Kutscherhaltung ist empfehlenswert." (siehe Fotos unten).

Eine andere Möglichkeit ist, sich an einer Rückenlehne anzulehnen bzw. liegend das Smartphone zu nutzen. Ein wichtiger Aspekt sind Ausgleichsbewegungen. "Schauen Sie immer wieder dazwischen in die Ferne", empfiehlt Ingrid Heiller, "und führen Sie auch die 'Chin-In', also eine Kinn-zum-Kehlkopf-Bewegung, durch. Das lockert die Nacken- und Schultergürtelmuskulatur".

Von Wärmepackungen bis Coolpacks

Sollte das Handynacken-Syndrom wirklich vollends eingeschlagen haben, helfen aktive Übungen. "Dazu zählt jegliche Bewegung, bis hin zu moderatem Sport wie Schwimmen, Walken, Yoga und Pilates; und vor allem ein rückenstabilisierendes Training. Ganz rasch helfen Wärmepackungen gegen die verspannte Muskulatur, einige Anwender schwören jedoch eher auf Coolpacks gegen den Spannungsschmerz. Sind schon chronische Verspannungen vorhanden, helfen TCM-Ansätze ebenso wie Triggerpunktmassagen", so der Tipp der Expertin.